PPÖ Lilie

Über die Pfadfindergruppe Leobersdorf

Zeitabschnitte: 1930 - 1938 | 1945 - 1948 | 1948 - 1978 | 1978 - 2000 | 2000 - Heute

Die Zwischenkriegszeit - Von der Gründung bis zum Verbot 1938

Als offizieller Gründungstermin der Pfadfindergruppe gilt der 18. Juni 1930, als Prof. Franz Merzl die Gruppe mit 14 jungen Burschen gründete. Am 14. September 1930 war es dann soweit, die ersten 14 Neulinge legten am Heilsamen Brunnen ihr Pfadfinderversprechen ab. Die ersten beiden Patrullen in der Leobersdorfer Pfadfindergruppe waren die Adler und die Schwalben. Noch im selben Jahr wurde die Uhupatrulle gegründet. Die damalige Gruppe gehörte der Kolonne Baden des Österreichische Pfadfinderkorps St. Georg an. Im darauf folgenden Jahr wurde bereits eine Wölflingsmeute aufgestellt und im Jahr 1932 kam es zur Gründung einer Roverrotte. Es gab bis zum Verbot durch das NS-Regime im Jahr 1938 eine rasante Entwicklung der Leobersdorfer Pfadfinder. Bereits 1933 nahmen erstmals Leobersdorfer Pfadfinder an einem Jamboree teil, sieben Pfadfinder aus Leobersdorf hatten die Möglichkeit in Gödöllö Baden-Powell persönlich kennen zu lernen.

Als Pfadfinderheim wurde damals ein ehemaliger Stall im Pfarrhof notdürftig adaptiert, die Gruppe war auf Spenden aus der Bevölkerung angewiesen, um sich ihre erste Heimstatt zu errichten. So finden sich in den Chroniken und in Berichten von Zeitzeugen Hinweise auf Holzspenden oder einen Ofen, der der Gruppe geschenkt wurde. Im Jahr 1933 war es dann soweit - die Pfadfindergruppe Leobersdorf veranstaltete in Kaisersdorf ihr erstes Sommerlager.

Während die politische Situation in Österreich immer schwieriger wurde und im Jahr 1934 die parlamentarische Demokratie abgeschafft wurde, wuchs das kleine Grüppchen der Leobersdorfer Pfadfinder stetig weiter. Trotz der widrigen Umstände und des ausbrechenden Bürgerkrieges verzeichnete die Pfadfindergruppe Leobersdorf in diesem Jahr bereits vier Patrullen. Erwähnenswert ist sicher auch, dass bereits im Jahr 1936 erstmals die Pfadfinder als Sternsinger in Leobersdorf unterwegs waren.

Der schlimmste Tag für die Pfadfindergruppe Leobersdorf war sicher der 13. März 1938. An diesem Tag - dem Tag nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Österreich - wurde die Pfadfindergruppe gewaltsam aufgelöst und das gesamte Material sowie die Kasse beschlagnahmt. Die Pfadfinder wurden noch eingeladen, geschlossen zur Hitlerjugend überzutreten, was diese jedoch verweigerten. Da sich nicht alles Material im Pfadfinderheim befand, konnte einiges gerettet werden, die Gruppenfahne befand sich zu diesem Zeitpunkt nicht im Pfadfinderheim und wurde während des ganzen Zweiten Weltkriegs versteckt und hängt noch heute im Pfadfinderheim.


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